Dieses Blicken III

am Theater Tempus fugit in Lörrach

„DIESES BLICKEN III zeigt einen beispielhaften Umgang mit neuen Theaterformen. Obwohl wir das Ensemble als eine Projektion erleben, so sind ihre Inhalte greifbar und begreifbar. Sie beweisen uns, dass Demokratisierung von Theater nicht nur ein Gedanke ist und lassen uns an ihrer Welt teilhaben. Auch unter neuen pandemischen Bedingungen kreiert die Gruppe einen theatralen Moment mit puren und durchlässigen Spieler*innen, die uns die Möglichkeit geben Parallelen zu erkennen, zu teilen und nachzuempfinden.“
– Laura Völkel (Jury Theatertreffen der Jugend 2021)

Zu sehen ist ein Bild der Installationssituation: Vor einer großen Leinwand steht ein Besucher. Auf der Leinwand sind fünf lebensgroße Silhouetten zu sehen.
Foto: Benjamin Böcker

DARUM GEHTS:
Der Raum war weg. Wir hatten uns noch dreimal im Theater getroffen und dann war der Raum einfach weg. Und die einzige Möglichkeit, uns trotzdem zu begegnen, war ein Videokonferenz-Telefon-Gruppenchat-E-Mail-Mix. Je nachdem, wer was gerade so hatte, wer mit was gerade so umgehen konnte, wer gerade so über Internet verfügte und was sich gerade so miteinander kombinieren ließ. Das war ein bisschen anstrengend. Aber wir wollten uns trotzdem begegnen. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern wirklich!

Und weil aus dem Raum plötzlich so ein Videokonferenz-Telefon-Gruppenchat-E-Mail-Mix wurde, haben wir nochmal ganz von vorne angefangen. So richtig von vorne. Nicht als leerer Raum. Und dann sind da alle erschienen. Aus Licht und Schatten, aus Stimmen, aus virtuellen Fragmenten unserer Körper, aus Fragen und aus Antworten auf diese Fragen. Und weil alle nur Projektionen aus Licht waren, konnten alle plötzlich fast überall sein. Und auch andere als die, von denen wir die meiste Zeit glauben, dass wir sie sind. Und so waren wir Ballerino, explodierendes Feuerwerk vor Disney-Schloss, Philosophin, ahnungsloser Tourist vor ausbrechendem Geysir, Metal-Sänger oder Demonstrantin.

Mit
Michael Eisele, Edwin Engeser, Vincenzo Guida, Martin Kilwing, Antonia Rehfueß, Ana Sänger, David Strittmatter, Marlen Wederer, Bella Wulf

Benjamin Böcker: Projektleitung, Konzept
Antonia Rehfueß, Benjamin Böcker: Dramaturgie, Videobearbeitung, Schnitt
Anne Ehmke: Musik, Komposition
André Kulawik, Cornelius Pilgermayer: Technik
Hary de Ville: E-Gitarre
Veit de Ville: Schlagzeug
David Walters, Cord-Heinrich Plinke: Übersetzung

Eine Produktion vom Theater Tempus fugit, eingeladen vom Bundestreffen zum Theatertreffen der Jugend 2021